Gedenkveranstaltung für getötete Frau in Weißenfels


Gedenkveranstaltung für getötete Frau in Weißenfels

In Weißenfels wurde eine 47-jährige Frau Opfer eines mutmaßlichen Femizids. Nach ersten Ermittlungen soll ihr Partner sie mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet haben. Die Frau erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie im Krankenhaus verstarb. Aus Anlass dieses mutmaßlichen Femizids laden das Frauenhaus Weißenfels und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weißenfels am 22. August 2025, um 13 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung auf den Weißenfelser Marktplatz ein. Ort des Gedenkens wird die Rote Bank vor dem Rathaus sein. Die Bank ist – entsprechend der weltweiten Initiative „La Panchina Rossa“ – ein Symbol gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, durch ihre Teilnahme an dem Gedenken Solidarität zu zeigen und ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Das Gedenken wird in stillem Respekt stattfinden. Die Veranstalterinnen möchten mit der öffentlichen Zusammenkunft sowohl Mitgefühl ausdrücken als auch Bewusstsein schaffen für die erschreckend hohen Zahlen geschlechtsspezifischer Gewalttaten und für die Notwendigkeit nachhaltiger Unterstützung und Schutzmaßnahmen für betroffene Frauen.

Hintergrund:

Laut dem neuesten Lagebericht der Polizei wurden im Jahr 2024 in Deutschland mehr als 257.000 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Dies bedeutet, dass durchschnittlich alle zwei Minuten ein Mensch Opfer von Gewalt durch einen Partner, Ex-Partner oder Familienmitglied wird. Frauen sind dabei die Hauptbetroffenen und machen mehr als 70 Prozent der Opfer aus.

Ein besonders erschreckendes Phänomen im Kontext häuslicher Gewalt ist der Femizid. Der Begriff „Femizid“ bezeichnet die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Dies geschieht häufig im Rahmen von Partnerschaftsgewalt. In Fällen dieser Art ist die Beziehungsdynamik häufig geprägt von Machtmissbrauch, Kontrolle und Misogynie – insbesondere dann, wenn Frauen versuchen, sich aus gefährlichen Situationen zu befreien. Insgesamt 360 Femizide wurden von der Polizei im Jahr 2023 registriert. Demnach gab es fast jeden Tag einen Femizid in Deutschland. Weitere 578 Frauen überlebten in dem Jahr einen versuchten Femizid.